Kirschen

Je nach Reifezeit werden sogenannte Kirschwochen unterschieden. In jeder Woche erreichen unterschiedliche Kirschsorten ihre Reife – das sorgt für geschmackliche Abwechslung.

Kirschen, Foto: shutterstock/Maleo

Der Erntezeitraum erstreckt sich bis in den August hinein. Die Obstbauern hätscheln die empfindlichen Süßkirschen geradezu: Zum Schutz vor Regenschauern spannen sie riesige Schirme über ihre Süßkirschenanlagen auf, damit die voller Saft stehenden Früchte nicht aufplatzen. Rund ein Kilogramm Kirschen lässt sich jeder Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr schmecken. Viele naschen sie pur. Das heißt aber nicht, dass man sie nur von der Hand in den Mund genießen kann: Als fruchtige Füllung von Sahnetorten oder in leckeren Quarkspeisen zeigen sie, was in ihnen steckt. Auch als Verzierung sind die süßen Früchtchen einfach spitze.

Wieso platzen Kirschen auf?

Das Regenwasser auf der Fruchtoberfläche dringt in das Fruchtfleisch ein. Dadurch vergrößert sich dessen Volumen beachtlich. Die äußere Schicht der Frucht gerät so unter Spannung, dass sie ab der Überschreitung einer kritischen Grenze aufreißt.

Die Wasseraufnahme beruht auf einem physikalischen Prozess. In der Frucht befindet sich eine Reihe von gelösten Stoffen wie z.B. Fruchtzucker und Fruchtsäuren. Das Regenwasser enthält im Gegensatz nur sehr wenig gelöste Mineralstoffe. Der Antrieb für die Wasseraufnahme liegt im Konzentrationsausgleich zwischen Regenwasser der Fruchtlösung. Kurz gesagt: Wo viel Zucker ist, zieht es auch Wasser hin. Vor allem kurz vor der Erntezeit hat das Fruchtfleisch einen besonders hohen Zuckergehalt.

Ernte

Frische deutsche Kirschen kann man von Juni bis August kaufen. Im Handel kommen nur die Früchte an, die wohlbehütet gewachsen sind. Noch am Baum gibt es für sie zwei Gefahren: Zum einen schmeckt das Steinobst auch den Vögeln ausgesprochen gut. Zum anderen regnet es häufig gerade dann, wenn die Früchte reif sind. Durch die Nässe platzen die Kirschen auf und können nicht mehr verkauft werden. Moderne Techniken im deutschen Obstbau schützen die empfindlichen Früchte und sorgen für die optimale Fruchtqualität.

Zur Erntezeit schützen Netze die Früchte vor Vogelfraß. In Regionen mit hohem Regenrisiko wird zusätzlich eine Folienabdeckung über den Anlagen errichtet. So müssen die Früchte dort nicht mehr vor drohenden Regengüssen „notgepflückt“ werden, sondern bleiben bis zum optimalen Reifetermin am Baum. Da das Regenwasser somit aber nicht an die Bäume gelangt, wird meist die Tröpfchenbewässerung eingesetzt. Dabei werden geringe, exakte Wassermengen mithilfe von Schläuchen direkt an den Bäumen abgegeben. Durch die wärmeregulierende Wirkung des Foliendachs und die optimale Wasserzufuhr reifen die Kirschen zu besonders großen, gleichmäßigen und aromatischen Früchten, ohne aufzuplatzen.

Die Investitionen für Maßnahmen wie Überdachungen sind teuer. Viele heimische Obstbauern nehmen sie dennoch vor, um früher einsetzende und sichere Erträge und höhere Erlöse zu erwirtschaften.

Tipps & Tricks

  • Kirschen gehören zu den nicht nachreifenden Obstarten, daher sollte man sie reif und voll ausgefärbt kaufen.
  • Ein Zeichen von Frische ist die grüne Farbe des Stiels. Er sollte zudem glatt und fest mit der Kirsche verankert sein.
  • Früchte, die auch nur die kleinsten Mängel wie Risse und Quetschungen aufweisen, müssen sofort aussortiert werden, da ansonsten die Gefahr von Schimmelbildung besteht.
  • Den Stiel erst nach dem Waschen abzupfen, damit das Aroma nicht ausgewaschen wird.
  • Kirschen höchstens zwei bis drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks lagern.
  • Früchte lassen sich leichter entsteinen, wenn man sie vorher einige Minuten in das Gefrierfach legt.
  • Die entsteinten Süßkirschen können hervorragend als Konfitüre eingemacht werden. Besonders aromatisch wird diese mit jeweils zwei Kirschkernen pro Einmachglas.

Saison

Hauptsaison: Juni bis Juli
Nebensaison: August
Welches Obst und Gemüse gerade reif ist, sehen Sie in unserem Saison-Kalender.

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