Ernte-Tour: Spargel

Wir haben angespargelt! Bei GehrersSpargelwelt in Durmersheim und der OGA Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden eG in Bruchsal. Als Höhepunkt steht die Leibspeise der Spargel-Bauern auf dem Programm! Aber erst mal wird früh am Morgen gestochen – Stück für Stück...

Gehrer Spargelwelt

Gehrer Spargelwelt, Ernte-Tour2017. Foto: BVEO

Wir sind unterwegs nach Durmersheim auf den Spargelhof von Franziska Gehrer. Der Hof der Gehrers liegt südlich von Karlsruhe, praktisch schon im Rheintal und produziert stolze 400 Tonnen Spargel im Jahr. Mit einem Teil davon bewirten sie ihre zahlreichen Gäste, die aus Nah und Fern in ihr beliebtes Spargelrestaurant BesenArt strömen. Der weitaus größere Teil jedoch wird täglich frisch gestochen nach Bruchsal zum genossenschaftlichen Großmarkt geliefert und von dort unmittelbar ins ganze Land weiter verteilt. Denn es geht einfach nichts über erntefrischen Spargel!

Früh, aber nicht früh genug!

Als wir morgens den Hof erreichten, waren die Erntehelfer längst auf dem Feld. Mit Franziska haben wir uns schnell auf den Weg zu ihnen gemacht, denn wir wollten doch sehen wie das geht mit dem Spargelstechen.

Nach ein paar Minuten haben wir die in der Morgensonne glänzenden, mit weißen Plastikplanen abgedeckten Spargeldämme erreicht. Wie ein Meer mit regelmäßigen Wellen sieht das aus und dazwischen zumeist rumänische Spargelstecher. In fließendem Rumänisch stellte Franziska uns vor.

Vom Hof in die Business-Welt und zurück!

Franziska hat erst vor ein paar Jahren das Erbe das Spargelhofs angetreten. Und auch erst nachdem Sie feststellte, dass ihr BWL Studium sie zwar zu großen Automobilbauern und internationalen Unternehmensberatungen brachte, ihr aber dennoch etwas zum Glück fehlte: das selbstständige Arbeiten ohne Fremdbestimmung! Vielleicht auch die frische Luft und der weite Blick ins Land – oder ihre Pferde, die jetzt auch auf dem Hof eingezogen sind. Heute führt Franziska ein Unternehmen mit immerhin 60-120 Mitarbeitern und da sind BWL-Kenntnisse sicher nicht von Nachteil.

Das weiße Gold

Franziskas Erntehelfer zeigten uns ganz genau, wie man fachgerecht Spargel sticht: die Spargelspitze vorsichtig ertasten, den Sand ringsum nach unten hin wegstreichen, möglichst ohne den Spargel selbst zu berühren und die Stange ca. 3-4 cm oberhalb der Wurzel schräg durchstechen. Anschließend die Erde wieder auffüllen und mit der Kelle glattstreichen. Sieht einfacher aus als es ist. Auch für den Rücken – denn alles findet praktisch in gebeugter Körperhaltung statt.

Guten Morgen! Wir sind heute morgen mit den #Spargelstechern aufgestanden und finden eine wunderschöne weiße Stange nach der anderen. Heute sind wir zu Gast auf in der #Spargelwelt der Familie Gehrer und schauen uns an wie Spargel nahe des Schwarzwaldes wächst und geerntet wird. #erntetour17 #obstundgemuese #bveo #spargel #gehrerspargelwelt

Ein Beitrag geteilt von Deutschland – Mein Garten. (@deutsches_obst_und_gemuese) am 23. Mai 2017 um 0:23 Uhr

Überhaupt wird hier deutlich, warum Spargel als das weiße Gold gilt: Die Spargelproduktion ist arbeitsintensiv und aufwändig. Schon vor der Ernte und auch danach, ab Mitte Juni ist auf den Spargelfeldern bis zum Wintereinbruch jede Menge zu tun. Spargelpflanzen können 6 bis 7 Jahre geerntet werden, danach sind sie erschöpft, werden untergepflügt und für einige Jahre werden auf dem Feld andere Nutzpflanzen angebaut.

Wir fragten Franziska nach den weißen, von manchen kritisierten Plastikplanen. „Sieht natürlich etwas künstlich aus. Stimmt schon“, gibt sie zu, „Aber Planen sind notwendig, um etwas früher und insgesamt auch länger Spargel ernten zu können. Diese Einkünfte sind für den Betrieb einfach notwendig. Die Planen werden auch nur 4 Monate ausgebracht und anschließend eingerollt und nächstes Jahr wiederverwendet.“

Die Qualitätsklassen des königlichen Edelgemüse

Franziska baut, wie ihr Vater, weitgehend weißen Gemüsespargel an, so wie ihn die meisten deutschen Spargelfreunde gerne essen. Und sie kennt natürlich die Qualitätskriterien!
„Ca. 2,5 cm Durchmesser, absolut gerade gewachsen mit einer weißen, unversehrten Spitze, einem unverjüngten Wuchs zur Schnittkante hin – so sieht ein Spargel der besten Qualitätsklasse aus“, weihte sie uns ein und zeigte uns ein paar schöne Exemplare. „Manche glauben, dass dicker Spargel nicht so zart schmeckt wie dünner – aber meist ist das Gegenteil der Fall. Jedenfalls, wenn er gut gestochen ist. Und geschmacklich ist es völlig egal, ob der Spargel ein paar kleine Krümmungen hat, da isst nur das Auge…“

 

Nach Ernte und Exkurs ging es mit der frischgestochenen Ernte zurück auf den Hof, wo die Stangen gewaschen, gekühlt, sortiert und ruckzuck zum Großmarkt abtransportiert wurden. Keine zwei Stunden und der Spargel rauschte im LKW zur OGA Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden eG ins nahe Bruchsal.

Spitzen-Genuss pur!

Währenddessen ließen wir es uns direkt auf dem Feld so richtig gut gehen, mit dem Lieblingsrezept von Franziska Gehrer, das natürlich auch seinen Weg in die Spargelkarte des hervorragenden Hof-Restaurant BesenArt gefunden hat: Frischer Spargel im eigenen Saft gegart, dazu Sauce hollandaise, Kressebutter und ein paar Zitronenschnitze – fertig! Spitzen-Genuss pur. Frischer geht’s nicht.

Regional ist Trend

Dass die Deutschen am liebsten Spargel aus Deutschland essen, erfuhren wir auch von Hans Lehar, dem Geschäftsführer der OGA Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden eG, den wir gleich nach dem köstlichen Gaumenschmaus in Bruchsal besuchten. Dort wird der frische Spargel transportfertig gemacht und in den Handel gebracht. Wie schnell das alles geht, ist eigentlich unglaublich – denn als wir nach ca. 2 Stunden die große Lagerhalle des neuen Großmarktes erreichten, ist der Spargel der Familie Gehrer dort nicht mehr anzutreffen, sondern schon unterwegs in den Supermarkt…

Unser Besuch bei Gehrers Spargelwelt: Bilder-Galerie

Dateien zum Download

Bitte beachten Sie, dass Sie mit dem Download des Bildmaterials die folgenden Bedingungen anerkennen:
  • Die Nutzung des Bildmaterials ist nur mit Quellennachweis "BVEO" oder „Deutschland – Mein Garten." und Fotografen-Nennung an Bild und Text gestattet. Die Copyrights müssen vollumfänglich genannt werden.
  • Bei Online-Veröffentlichung ist ein präziser Link zu „Deutschland – Mein Garten.“ zu setzen.
  • Alle Bild- und Text-Daten dürfen nur für Zwecke der Information über Obst und Gemüse verwendet werden.
  • Eine Weitergabe an Dritte sowie die Veränderung des Datenmaterials ist nicht gestattet.
  • Eine erneute Verwendung zu einem anderen Zeitpunkt oder Zweck bedarf einer erneuten Genehmigung durch das Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse.
Wir freuen uns über ein Belegexemplar oder eine kurze E-Mail, wenn Sie unser Material nutzen.